Podium

Südostschweiz vom 22.2.2012
Entlastungsstrasse A53: Viele Hürden, Ängste, Unklarheiten

Wie gehts weiter mit der Gasterstrasse? Wird das Städtli Uznach autofrei? In Kaltbrunn nahmen gestern Abend die «Antreiber» des Gross projekts Stellung – im Saal wurde rege und kritisch hinterfragt. Zum Podium eingeladen hatte die SVP See-Gaster.

Die Referenten: Alex Brändle, Markus Schwizer, Podiumsleiterin Marianne Steiner, Erwin Camenisch und Urs Kost (v.l.) stellen sich den Fragen. (Bild: Roland Lieberherr)

Bericht von Roland Lieberherr // Südostschweiz

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Kaltbrunn/Uznach. – Seit mehr als 30 Jahren ächzt Uznach unter dem zunehmenden Verkehr – in jüngster Zeit hat sich die Lage noch verschärft: Bis zu 18 000 Fahrzeuge pro Tag durchs Städtli, Staus vom Bahnhof bis zum Spital, kantonsweit die zweithöchste Schadstoffbelastung. Ein unhaltbarer Zustand – waren sich gestern Abend im Oberstufenzentrum Kaltbrunn alle einig. Punktuelle Massnahmen in den letzten zehn Jahren brachten keine Besserung – Abhilfe schaffen soll die Entlastungsstrasse A53-Gaster. Zu Beginn der öffentlichen Veranstaltung blickten Markus Schwizer, Präsident der Region ZürichseeLinth, und Kantonsingenieur Urs Kost zurück, wie die heute vorliegende Variante einer Süd-Umfahrung zu Stande kam.

Gewerbe will autofreies Städtli
Die Fakten sind bekannt: Geplant ist fast ein «Strassenring» um Uznach, Kostenpunkt rund 95 Mio. Franken. Minimalziel: 50 Prozent des Durchgangsverkehrs auf die Umfahrung verlagern. Das bedinge beinahe, dass das Städtli autofrei werde. «Es muss Autofahrern verleiden, dort durchzufahren», brachte es Kost auf den Punkt. Einbahnstrassen, Tempo-30- und Begegnungszonen seien als flankierende Massnahmen zwingend, ergänzte der Uzner Gemeindepräsident Erwin Camenisch. Nur so würden auch die Gaster-, Ricken- und Zürcherstrasse entlastet. Das Uzner Gewerbe stehe einstimmig hinter einem autofreien Städtli, betonte dessen Präsident Alex Brändle. Einzig ÖV, Anlieferer und Zubringer sollen noch durchfahren dürfen. «Wir wollen ein ganzheitliches Verkehrskonzept –und nicht die gleichen Durchfahrtsprobleme wie sie Schmerikon noch heute hat.» Kost lobte die Region für ihr gemeinsames Vorgehen, aber dämpfte zugleich die Hoffnungen auf eine rasche Lösung. «Bestenfalls könnte das Projekt frühestens 2019 verwirklicht werden» – doch vorher stünden noch einige grosse Hürden auf Kantonsund Gemeindeebene an. Knackpunkte wie Einsprachen und Landerwerb sind nur zwei Beispiele bis zu einem rechtskräftigen Projekt.

Umsetzung: Noch ist vieles vage
Die rund 80 Zuhörer im Saal, viele aus den Reihen der SVP See-Gaster, liessen es sich nicht nehmen, ihre Befürchtungen zum Grossprojekt zu äussern. Tunnellösungen oder Kern-Umfahrungen wurden vorgeschlagen, die künftige Parkplatzsituation in Uznach angeprangert und der drohende Kulturlandverlust angeführt. Die vier Podiums-Referenten konnten einige Ängste beseitigen. Ein Tunnel wäre über zehnmal teurer, eine Kern-Umfahrung löse das eigentliche Verkehrsproblem nicht. «Boden oder Leute – was ist wichtiger. Man muss leider Kulturland abgeben, um die Einwohner zu entlasten», so Camenisch. Zudem tauchten viele detailspezifische Fragen bezüglich Linienführung, Ausfahrten und Bauten der Umfahrungsstrasse auf. Doch darauf hatten die Referenten (noch) keine Antworten. Denn derzeit steht zwar die mögliche Umfahrungsvariante grob fest. Die Detailplanung kann indes erst erfolgen, wenn der Kantonsrat 2013 dem Projekt Entlastungsstrasse Gaster die erste Priorität zuweist und die Finanzierung gesichert ist.