Steiner_KRIn der a.o.Session des Kantonsrates vom 24. Juni 2013 wurde der Bericht des Winterthurer Instituts für Gesundheits-Ökonomie über die Prüfung einer Zusammenlegung der zwei  St. Gallischen Spitalverbunde, Linth und Fürstenland Toggenburg – anstelle einer engen Kooperation – eingehend diskutiert.

Bei der Beratung  habe ich darauf hingewiesen, dass als einziges der vier Spitalverbunde der „Spitalverbund Linth“ nur aus einem Spital bestehe. In den Quadriga-Beratungen war bereits damals das Spital Linth als einziges Spital im «Verbund 3» umstritten. Deshalb hatte der Kantonsrat die klare Forderung gestellt, mit den ausserkantonalen Spitälern Lachen, Männedorf, Glarus, Wetzikon eine Zusammenarbeit zu finden. Diese Auflage wurde  bis heute nicht befriedigend erfüllt. Die Konsequenz der Fusion aus der Nichterfüllung der Vorgaben ist nicht nur eine Rechtsgleichheit zu den andern Spitalverbunden zu schaffen, sondern die administrativen Kosten zu senken und die interdisziplinäre Zusammenarbeit erhöht zu fördern. Der neue Auftritt der drei St. Galler Spitalverbunde soll mit je drei Spitälern umgesetzt werden. Daraus sind Kostensenkungen im Verwaltungs-,  Administrations- und Einkaufsbereich realisierbar. Die Distanzen stellen in der heutigen Vernetzung absolut keine Probleme mehr dar, wie die Spitalregion II (Rheintal-Werdenberg-Sarganserland) täglich unter Beweis stellt.

Erst nach 11 Tagen operiert!
Die Gesundheitschefin, Regierungsrätin Heidi Hanselmann hat darauf geantwortet, dass das Spital Linth ein Vorzeigespital sei und dasselbe in jedem Vergleich als bestes Spital dastehe.  So fragte ich Regierungsrätin Hanselmann, wenn dem so sei, wie es  dann zu erklären sei, dass gutes Pflegepersonal und gute Aerzte das Spital verlassen?  Oder ein Fall – der mir zugetragen wurde – wo ein Handwerker verunfallt war und ins Spital  Linth eingeliefert wurde und ihm gesagt wurde sie hätten keine Kapazität, er würde bandagiert und soll am 4. Tag wieder kommen. Am 4. Tag hatten sie immer noch keine Kapazität und er wurde wieder nach Hause geschickt. Schliesslich fand die Operation am 11. Tag nach dem Unfall statt; und das in einem angeblichen Vorzeigespital.

Hanselmann erntet grosses Gelächter
Regierungsrätin Hanselmann antwortete darauf, das seien eben die Auswirkungen  der Sparmassnahmen, was mit einem Gelächter im Parlament quittiert wurde. Die Bettenbelegung sei zum Teil über hundert Prozent. Hanselmann wörtlich: „zwei Leute in ein Bett legen, das wissen sie so gut wie ich, kann man einfach nicht (schallendes Gelächter im Parlament). Vielleicht sollten wir’s  mal probieren“.  Die Fluktuationsrate des Personals sei  nicht grösser wie in allen anderen Spitälern, die hätten  im Vergleich eher eine tiefe Rate und es seien Frauenberufe, da gebe es schlichtweg mehr Wechsel als in einem anderen  Unternehmen. Entweder weiss Regierungsrätin Hanselmann offensichtlich nicht, was im «Vorzeigespital» läuft, oder sie will die bereits nach Aussen dringenden Probleme schönreden.

Kantonsrätin Marianne Steiner